Schulpartnerschaft mit Dansing (Nepal)
Schüler helfen Schülern

Reise '19

Let's go Dansing: Unsere Reise nach Nepal

Ende Oktober 2019 kehrten 5 Schüler der zehnten Klassen, 2 Lehrer und ein Elternteil unseres Cotta-Gymnasiums von ihrer 5. Reise seit Bestehen der Partnerschaft mit einer nepalesischen Schule im Bergdorf Dansing zurück – ein Bericht:

Nepal – schon bei dem Gedanken an dieses Reiseland schwirren einem tausende an Vorstellungen durch den Kopf – Himalaya? Buddha? Trekking? … die Vorfreude auf die bevorstehende Reise war auf jeden Fall bei allen geweckt und ehe wir uns versahen, landete unser Flieger schon sanft auf einem der gefährlichsten Flughäfen der Welt in Nepals Hauptstadt Kathmandu! Fünf Tage unserer Reise verbrachten wir in unserem Partnerdorf Dansing – so klein, dass bei dessen Eingabe auf Google ganz oben „Meintest du: Dancing“ erscheint. Doch gerade deshalb gibt es in dem Dorf einen sehr starken Zusammenhalt untereinander, den auch wir hautnah zu spüren bekamen – sei es bei den Kulturabenden mit nepalesischen Tänzen, einer Schlachtungs- Zeremonie als Ausklang eines wichtigen nepalesischen Festes oder dem gemeinsamen Kochen mit den Dorfbewohnern gewesen. Die meisten Kinder im Dorf sprachen relativ gut Englisch, so dass die Verständigung um einiges einfacher war als auf den letzten Reisen. Im Kindergarten des Dorfes wird schon sehr zeitig mit dem Englischunterricht begonnen, so dass auch die jüngsten Kinder zumindest über einen kleinen englischen Grundwortschatz verfügen, der ihnen im späteren Leben definitiv zu besseren Chancen verhilft. Ein Schwerpunkt des Dorfbesuches war die Besichtigung der Dorfschule und das Kennenlernen von Lehrern und Schülern. Von der Vorschule bis zur Klasse 5 lernen etwa 40 Schüler aus den umliegenden Dörfern mit 8 Lehrern die Fächer Nepali, Englisch, Mathematik, Sport, Umwelt, Heimatkunde und Kunst. Auch wir durften uns am Unterrichten einer nepalesischen Klasse probieren: Julius übte mit den Kindern englische Vokabeln anhand eines Memory-Spieles und Tom bot einen Rope-Skipping-Kurs an, der sogar den Lehrern Spaß bereitete! Natürlich gestaltet sich das Leben in einem 300-Seelen-Bergdorf auf 1200 m Höhe immens schwierig. Trotzdem hat sich mit Hilfe der zahlreichen Spenden aus Brand-Erbisdorf schon vieles verbessert: Jeder Schüler der 25 Minuten Fußweg hangabwärts liegenden Partnerschule und des Kindergartens hat jetzt einen Ranzen mit Schulmaterial sowie eine Schuluniform bekommen. Vor kurzem wurde auch das neue, erdbebensichere Schulgebäude eingeweiht. Auch im Dorf hat sich viel getan. Mittlerweile gibt es zum Beispiel Duschen, Motorräder oder ein neues Wohnhaus. Allerdings gibt es immer noch viel zu tun: beispielsweise soll der Untergrund des Sportplatzes der Schule begradigt und Bienennester im neuen Schulgebäude entfernt werden. Damit das Dorf Dansing langfristig selbstständig werden kann, braucht es außerdem ein geeignetes (Tourismus-)Konzept, welches wir mit Megh Ale, dem nepalesischen Initiator des Partnerprojekts, diskutierten und zu mehreren Lösungen, wie zum Beispiel der Einrichtung einer Paragliding-Station, kamen. Unsere Abreise aus Dansing gestaltete sich nach den vielen gemeinsamen Erlebnissen mit den Dorfbewohnern sehr emotional: unter der Begleitung einiger Dorfbewohner, die nepalesische Tänze vollführten und uns noch einmal Blumenketten überreichten, begannen wir den steilen Abstieg zurück ins Tal. Während unserer zweiwöchigen Reise lernten wir viele Gesichter des „kleinen Landes mit großem Herz“ kennen: wir erkundeten die Hauptstadt Kathmandu mit ihren vielen Tempeln und Stupas, unternahmen eine kleine Rafting-Tour nahe der Stadt Pokhara und machten Lumbini, den Geburtsort Buddhas, unsicher.

Text: Julius Böhme